Schildkröten können fliegen
Bahman Ghobadi / Irak / 2004 / 98 min / OmU
Samstag / 24.02.2007 / 22.15 Uhr

„Schildkröten können fliegen“ erzählt von dem dreizehnjährigen Jungen
„Satellit“, der im irakischen Niemandsland nahe der Grenze zur Türkei in einem
kurdischen Flüchtlingslager lebt.
Satellit befehligt eine Armee von Kindern, die die umliegende Gegend nach Minen
aus der Zeit Saddam Husseins absuchen. Viele der kleinen Minensucher sind
bereits verstümmelt, und doch sammeln sie immer weiter die tödlichen Reste des
Krieges. Sie verkaufen ihre explosiven Fundstücke an einen Zwischenhändler, der
sie schließlich an die UNO ausliefert.
Als das Mädchen Agrin mit ihrem verstümmelten Bruder und ihrem zweijährigen
blinden Kind im Lager eintrifft, verliebt sich Satellit. Er muss sehr viel
riskieren, um zu Agrin durchzudringen, denn das Mädchen ist schwer traumatisiert
und wünscht sich nichts sehnlicher als den Tod.
Vor allem die Geschichte, die der Regisseur Bahman Ghobadi erzählt und die
Gesichter der jungen Laiendarsteller, machen aus dem Spielfilm „Schildkröten
können fliegen“ ein flammendes Pamphlet gegen jede Form von Krieg und ein
sehenswertes und bewegendes Drama. Ausgezeichnet u.a. mit „Bester Film“ 52. San
Sebastian Filmfestival; „Friedensfilmpreis“ Berlinale 2005