Knowledge is the Beginning
Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra
Paul Smaczny / Deutschland / 2006 / 114 min / OmU
Donnerstag / 22.02.2007 / ab 19.00 Uhr
Mittwoch / 28.02.2007 / 18.00 Uhr

Wenn sich ein syrischer und ein israelischer Jugendlicher in einem Orchester
ein Notenpult teilen und außerdem noch ägyptische, palästinensische, jordanische
und libanesische Jugendliche mitspielen, dann ist das eine Sensation. Im
West-Eastern Divan Orchestra musizieren junge Musiker aus diesen Ländern in
einem Orchester. Daniel Barenboim und der Schriftsteller Edward Said haben das
Ensemble 1999 in Weimar gegründet und seitdem beharrlich fortgeführt.
Nach den jeweiligen Probenphasen und Konzertreisen kehren die Jugendlichen in
eine Welt zurück, die geprägt ist von Bombenanschlägen und militärischen
Übergriffen und in der die Menschen aus den jeweils anderen Ländern meist als
Feinde gelten. Es sind große Anspannungen, die sie bei ihrer Arbeit aushalten
müssen, denn die politisch verfahrene Situation ist immer präsent und prägt die
Diskussionen abseits der Proben. Aber das gemeinsame Ziel schafft eine ganz
eigene Form des Dialogs jenseits aller ideologischen Grenzen. Mittlerweile hat
das Orchester in Sevilla seine feste Sommerresidenz gefunden.
Das West-Eastern Divan Orchestra plante im Sommer 2004 ein Konzert in Jordanien,
das aus politischen Gründen jedoch nicht stattfinden konnte. Aus dieser
Vorbereitungszeit ist das eindrucksvolle filmische Porträt „Knowledge is the
Beginning“ entstanden. Die Dokumentation von Paul Smaczny hat das Orchester von
seiner Gründungsphase in Weimar an begleitet und zeigt in sehr persönlichen
Bildern eine Gruppe junger Menschen, die getragen von ihrer gemeinsamen
Begeisterung für die Musik mehr und mehr zusammenfindet. Dies zeigt sich in den
Ausschnitten aus verschiedenen Arbeitsphasen und Konzertauftritten von Weimar
über Sevilla bis hin zur Staatsoper in Berlin. Die Kamera ist auch dabei, wenn
die Jugendlichen zusammen ihre Freizeit verbringen und immer wieder über ihre
jeweils unterschiedliche Sicht der politischen Situation diskutieren. Wie
angespannt die Situation ist, wird deutlich, wenn einer der Jugendlichen
aufgebracht von einem Interview kommt und erst beim Musizieren wieder zu sich
findet. Dabei thematisiert der Film auch die anderen Aktivitäten von Daniel
Barenboim in Israel und Ramallah - auch wenn es dabei zum Eklat kommt, wie bei
der Verleihung des Wolf-Preises an Barenboim in der israelischen Knesset. Der
Film endet mit der spektakulären Konzertreise des Orchesters ins
palästinensische Ramallah.
International Emmy Award 2006